Kleine Kräuterkunde/ Pflanze des Monats

Pflanzenbeschreibung: Brennessel- Urtica dioica

Fast jeder kennt die Brennnessel. Schaut sich doch jeder das Kraut genauer an, was einem grade solch ein unangenehmes Brennen auf der Haut verursacht hat.

Die Brennessel ist in Mitteleuropa heimisch und kommt fast überall häufig vor.

Sie wächst meistens in Gruppen und oft auf bearbeitetem Boden, der möglichst nahrhaft ist.

Sie wird bis zu einen Meter hoch und ist an ihren gegenständigen gesägten Blättern zu erkennen, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare sind es, die die Brennwirkung der Brennessel verursachen, denn bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Brennesselgift auf die Haut.

Die Blüten der Brennessel sind recht unscheinbar. Sie sind gelblich und hängen in Rispen von den oberen Blattständen.

100g Brennesselblätter enthalten:

   

Energie

44 Kilokalorien

Eiweiss

7 Gramm

Kohlenhydrate

1,3 Gramm

Natrium

18 Milligramm

Kalium

320 Milligramm

Calcium

713 Milligramm

Magnesium

80 Milligramm

Eisen

4,1 Milligramm

Vitamin A

800 Mikrogramm

Vitamin C

300 Milligramm

Dass die Brennnessel versucht, sich zur Wehr zu setzen, ist in Anbetracht der Liste ihrer hochbegehrten Inhaltstoffe nicht verwunderlich. Schon im Altertum war die Heilpflanze bekannt: Dioskurides (1. Jahrh. nach Christus) verordnete sie zur Menstruations- oder Harnförderung und bei verschiedensten Hautkrankheiten. Im Verlaufe der Jahrhunderte wurde die Brennnessel als bedeutsame Pflanze in der traditionellen Volksheilkunde aufgenommen. Sie wurde beispielsweise gegen Rheuma, Gicht, Galle- und Leberbeschwerden oder chronische Hauterkrankungen eingesetzt. Sie gehört auch zu den wichtigen Mitteln zur „Blutreinigung“ (entsprechend der Säftelehre nach Hippokrates). Dementsprechend fand und findet die Brennnessel bis heute bei Frühjahrskuren oder beim Fasten zur „Entschlackung“ und „Entgiftung“ Verwendung. Besonders die letzteren Eigenschaften liegen in der Fähigkeit der Brennnessel, die Ausschwemmung von Wasser über die Nieren („Diurese“) zu fördern.